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Wissen als neuer Wachstumszweig des Web 2.0

Kommunikation | HT4U.net
Gleich drei große Unternehmen wollen dem neuen Trend "Wissensplattform" folgen und planen für das kommende Jahr entsprechende Angebote. Hier wäre auf der einen Seite der Suchmaschinenbetreiber Google mit Knol zu nennen, auf der anderen Seite der Spiegel und Medienriese Bertelsmann mit Spiegel-Wissen. Immer sollen zahlreiche Inhalte kostenlos an den Anwender weitergegeben werden — zum Teil durch die Unternehmen und zum Teil durch den Nutzer generiert.

Google orientiert sich dabei im Wesentlichen an der bekannten Online-Enzyklopädie Wikipedia und will ein vergleichbares Portal aufbauen, welches allerdings im Gegensatz zu Wikipedia nicht auf Werbung verzichtet. Im Gegenteil, es sollen sogar stets die Autoren zu den Texten genannt werden, die dann zusätzlich die Möglichkeit haben, Werbung in ihren Artikel zu erlauben und an den Einnahmen sogar mitzuverdienen. Ob das Konzept allerdings höhere Qualität als Wikipedia bringt, bleibt abzuwarten.

Spiegel und Bertelsmann wollen hingegen ihre eigenen Inhalte aus dem Spiegelarchiv und den Bertelsmann-Enzyklopädien im Web anbieten und zusätzlich auf die Inhalte der Wikipedia zurückgreifen, um auf diese Weise das größte Wissensnetzwerk im Internet zu entwickeln. Damit wäre der erste Schritt getan, der redaktionelle Inhalte und "Amateur"-Artikel von Hobby-Autoren vermischt. Der größte Vorteil dürfte wohl sein, dass die Angebote der beiden Unternehmens bisher nur kostenpflichtig erreichbar waren und in Zukunft dann gebührenfrei abgerufen werden können. Wann Spiegel Wissen aber letztendlich startet, steht bisher noch in den Sternen.

Insgesamt zeichnet sich damit neben den reinen Community-Plattformen wie StudiVZ oder MySpace eine alternative Bewegung ab, die weniger auf "Netzwerken" sondern vielmehr auf "Wissen" ausgelegt ist. Anwender können sich über ihr Fachwissen darstellen und dieses gemeinsam mit Gleichgesinnten vervollständigen.

Neben dem im TV häufig kritisierten "passiven Konsumieren" von Wissen sind die Nutzer nun viel öfter angehalten, selbst ihr Wissen beizutragen. Gleichzeitig steigt mit dem Wissen, dass der Autor ebenfalls nur einfacher Leser gewesen sein könnte, hoffentlich auch die Skepsis gegenüber veröffentlichten Inhalten. Man ist schon bedingt durch das Medium gezwungen, nicht alles gelesene als "richtig" zu akzeptieren, sondern stets kritisch zu hinterfragen, ob der Inhalt auch wirklich schlüssig ist.
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