BenQ DW1625

Intro

DVD-Brenner gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Bislang halten sich die Hersteller jedoch meistens eine Schlacht hinsichtlich der Geschwindigkeiten, welche die einzelnen Produkte zu bieten haben. Nicht immer, das zeigten unsere bisherigen Tests, gingen neue Geschwindigkeitsrekorde zu Gunsten der Brandqualität aus, oder aber die Geschwindigkeitsversprechen werden nicht immer gehalten. Allerdings gibt es auch Anwender, deren Hauptinteresse beim Brennen von CDs und DVDs nicht ausschließlich bei der Geschwindigkeit liegt, mit welcher ein Gerät ein Medium beschreibt. Es gibt auch Anwender, welche ihre CD-/DVD-Sammlungen hegen, pflegen, katalogisieren und auch auf ordentliche Beschriftungen wert legen. Dass gerade bei letzterem Punkt Medien-Etikette, welche auf die Rohlinge aufgezogen werden nicht empfehlenswert sind, dürfte zwischenzeitlich allgemein bekannt sein. Als Folge erschienen dann auch bedruckbare Medien im Handel, welche allerdings prinzipiell nicht in allen Druckern verwendet werden können.


BenQ DW1625


Der neue Brenner des taiwanesischen Herstellers BenQ weist eine Besonderheit auf. Neben dem üblichen Brennen diversen Medien außer DVD-RAM, beherrscht der DW1625 auch das „bedrucken“ der CD/DVD-Oberfläche. Über das von HP entwickelte und von BenQ lizenzierte Lightscribe Feature wird auf der speziell beschichteten Rohling-Oberfläche die gewünschte Beschriftung eingebrannt. Die Frage stellt sich nun, ist das Feature eine Spielerei oder eine ernstzunehmende Alternative zu den Labels und den mit Tintendruckern bedruckbaren Medien.

In diesem Review werden wir nicht unerhebliche Zeit in den Test von Lightscribe inverstieren, da bis jetzt neben dem hier getesteten Gerät noch der HP 640i DVD-Brenner auf dem Markt erhältlich ist, welcher Lightscribe unterstützt und uns dieses Feature besonders interessiert. Geräte anderer Hersteller sollen aber demnächst folgen und ebenfalls Lightscribe an Board haben. Wenn sich die Technologie durchsetzen will, so dürfen die Lizenzkosten nicht zu hoch und die Akzeptanz am Markt nicht zu gering sein. Zudem muss Lightscribe für den einfachen Endanwender einfach zu handhaben sein, dazu aber später mehr. Zuvor möchten wir diese Lightscribe Technologie ein wenig näher im Hinblick auf die Technik betrachten.

Lightscribe Technologie

 I. Einführung

CD und DVD Medien sind nackt und unschön. Einfache Beschriftungen können mit einem speziellen CD-Marker vorgenommen werden, der Touch an Professionalität fehlt dann aber. Für ein repräsentatives gebranntes Medium muss etwas Besseres her.

Bisher gab es zwei Möglichkeiten; die Elegante ist der Kauf eines Druckers, welcher bedruckbare Rohlinge bedrucken kann. Leider sind solcher Drucker nicht im unteren Preissegment zu finden und für jemanden, welcher nur ab und an einen Rohling schön gestalten will wohl eher zu teuer, da für die Peripherie tief in die Tasche gegriffen werden muss.

Die zweite, weniger elegante Lösung ist die Verwendung eines Labels, entweder im Standard- oder Vollflächenformat. Das hat aber einen entscheidenden Nachteil: das Label lässt sich trotz ausgeklügelten Zentrierhilfen nie 100% zentrisch aufkleben, Unwucht und damit Lesegeschwindigkeitseinbussen und Lärm ist garantiert. Zudem Schaden die Vibrationen auf Dauer der Mechanik der Laufwerke.

 II. Technik

Am 04.01.2004 hatte Hewlett Packard die LightScribe Direct Disc Labeling (DDL) Technologie vorgestellt. Die Idee ist eigentlich ziemlich simpel: der Brennlaser brennt auf die speziell beschichtete Oberseite des Rohlings die gewünschte Beschriftung. Drei Qualitätsstufen sind vorgesehen, neben „Entwurf“ und „Normal“ gibt es auch eine Stufe „Beste“. Dabei brennt der Laser in einer Spiralbahn mit unterschiedlicher Intensität auf die spezielle Beschichtung, was eine chemische Reaktion auslöst und die Oberfläche verdunkelt. Es sind also zurzeit nur Bronze/Schwarze gerasterte Beschriftungen möglich.


BenQ DW1625


Zwei Merkmale haben lightscribefähige Rohlinge, zum einen die zurzeit bronzene Oberfläche zum anderen einen feinen, silbernen Markierungsring im Durchmesser 45mm, welcher es dem Brenner ermöglicht den Laser exakt zum Rohling auszurichten. Diese Markierungen helfen dem Brenner zu erkennen wo er sich genau befindet, daher ist es möglich, Medien, welche schon beschriftet wurden, nachträglich mit weiteren Texten und Bildern zu versehen.

Der Brenner muss selbstverständlich für Lightscribe ausgerüstet sein, was gemäss HP nach nur minimalen Veränderungen an der Hard- und Firmware möglich ist. Da Veränderungen an der Hardware vorgenommen werden müssen, wird ein Firmware Update eines x-beliebigen Brenners auf Lightscribe, kaum funktionieren.

Auch die Software muss lightscribekompatibel sein, denn sie muss das grafisch gestaltete Label in Steuerungsanweisungen für den Brenner übersetzen. BenQ liefert beim getesteten Brenner Nero Express 6.6.0.6 mit. Leider lässt sich mit dieser Version im Nero Coverdesigner kein Lightscriberohling auswählen, nur Einleger und Hüllen können gestaltet werden. Ein Blick auf die Seite von Ahead bringt Licht ins Dunkel:, für Direct Disk Labeling ist die Nero Version 6.6.0.8 und die Lightscribe API nötig. Zuerst einmal sind also zwei Downloads von insgesamt 31MB fällig.

Wie sich Lightscribe nun letztlich in der Praxis schlägt, werden wir in einem der folgenden Kapitel beleuchten. Zuvor werden wir aber noch einen Blick auf den Testkandidaten im allgemeinen werfen.



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